KI – zwischen Hype und Verdammnis

In den letzten zwei, drei Wochen konnte auch ich mich nicht des Hypes um die KI entziehen, der auf allen Kanälen durch das Internet zieht.
In Konsequenz habe ich mir angesehen, welche Möglichkeiten die KI mir als Autor an die Hand gibt, und welche ich auch nutzen möchte.
Dass ich mir einen kompletten Text schreiben ließe, kommt für mich nicht infrage.

Ich habe also ChatGPT (3.5) und das Google Web Chat GPT-Plug-in für Chromium getestet. Die Generierung von KI-gestützten Bildern und Grafiken habe ich auf später verschoben. Ein Thema, das ich schon vorher versucht hatte, war Sprachausgabe von Text.

Da die KI-Technologie im Allgemeinen zurzeit richtig „hyped“ und die Services natürlich auch hohe Kosten verursachen (vor allem hohe Energiekosten) sind alle etwas besseren angebotenen Dienstleistungen kostenpflichtig. Allerdings kann man zurzeit auch bei den kostenlosen Angeboten (z.B. openAI 3.5) durchaus interessante Ergebnisse erzielen.

Zwischenfazit: Was geht, was nicht (gut)

Wenn man ChatGPT nach einer Gliederung oder Struktur für eine Geschichte oder einen Roman fragt, da kommen durchaus brauchbare Ergebnisse. Die muss man natürlich verbessern, aber man beginnt nicht auf dem weißen Blatt Papier. Man kann auch schon Verbesserungen des Ergebnisses dadurch erzielen, dass man seine Fragestellung (den Prompt) präzisiert und erweitert.

Man kann durchaus auch kleine Texte, wie zum Beispiel ein E-Mail zum Zwecke der Stornierung eines Abonnements von der KI schreiben lassen. Mit ein paar stilistischen Korrekturen ist der Text wahrscheinlich meistens zu verwenden.

Heute erst hatte ich eine etwas komplizierte Fragestellung von Parametern in einer Webseite. Ich stellte sie erst Google und bekam erwartungsgemäß keine Lösung, weil die vielen Schlagworte dazu führten, dass ich eine große Anzahl Treffer erhielt, die nichts mit meiner Fragestellung zu tun hatten. Also fragte ich zuerst die KI und bekam dadurch den wichtigen Hinweis, wie der fragliche Parameter heißt, den ich gesucht hatte. Durch die Eingabe des genauen Parameter-Wortlautes lieferte mir Google dann die Lösung innerhalb der ersten Treffer. Die KI hat mir dabei möglicherweise eine gute halbe Stunde gespart, die ich sonst zum Durchlesen der unnötigen Google-Treffer benötigt hätte.

Bei der Ausgabe von Text in ein Audioformat (Vorlesefunktion) gibt es KI-Anwendungen mit durchaus guter Stimme, jedoch sind die alle kostenpflichtig. Eine gute, kostenfreie, Lösung unter Linux ist mir zurzeit nicht bekannt.

Im Allgemeinen ließe ich die KI keine Suchanfragen für mich beantworten, da ich es erst erlebt hatte, dass auf eine Frage eine in sich sehr schlüssige Antwort mit Referenzangaben zustande kam, aber leider der sachliche Inhalt nicht gestimmt hat. Die Googlesuche hat rasch gezeigt, was wirklich hinter dieser Anfrage stand.

Punktuell ist die KI bereits gut einsetzbar, und sie wird sicher noch viel besser werden. Trotzdem finde ich, sollte man sich auch all der möglichen negativen Verwendung von KI im Klaren sein.

Einen guten Einblick in den ganzen Problemkreis, was letztlich die KI für Auswirkungen in unserer Gesellschaft haben kann, sieht man an dem Auszug aus dem Brief der Übersetzer, der auch eine Petition war.

Auszug aus dem offenen Brief der Literaturübersetzer:

„Künstliche Intelligenz ist keine Intelligenz, denn zu dieser gehört auch emotionale, moralische, soziale, ästhetische Intelligenz, praktische Vernunft und die Erfahrung, die sich aus Körperlichkeit und Bewegung speist. Insofern ist die technische Entwicklung von Sprachbots auch nicht als „Fortschritt“ zu bezeichnen. Gleichzeitig ist mit dieser die größte Konzentration an Daten, Kapital und Macht der Menschheitsgeschichte entstanden, eine nicht nur politisch hochproblematische Situation. Auch der Energiehunger der KI-Systeme ist enorm. So stellt sich in vielerlei Hinsicht die Frage nach der Nachhaltigkeit dieser Systeme.“

Das EU-Parlament hat kürzlich ein KI-Gesetz verabschiedet, das jedoch teilweise lange Übergangsfristen hat (bis 3 Jahre!). Bei den kurzen, aber heftigen Entwicklungsschüben steht zu befürchten, dass das Gesetz schon bald weit hinter der Realität nachhinken wird. Einstweilen wird die Wirtschaft sehr viel Geld in diesem Bereich verdienen, und es wird nicht leicht sein größere Schäden von der Gesellschaft fernzuhalten.
Alles, was gut ist, bringt auch eine Schattenseite mit sich. Die Entdeckung der Atomkraft hat neben den Vorteilen leider gleich die Nachteile voll ausgespielt.

Interessante Links:

https://literaturuebersetzer.de/site/assets/files/8902/offener_brief_ki.pdf

https://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20240308IPR19015/gesetz-uber-kunstliche-intelligenz-parlament-verabschiedet-wegweisende-regeln

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